Zum Herunterladen als PDF:
První pastýřský list arcibiskupa Josefa na 29. 9. 2024 (197.54 kB)
Zásvětná modlitba Neposkrvněnému Srdci Panny Marie (29.43 kB)
Zasvěcení AO Panně Marii (22.04 kB)
Zásvětná modlitba PM (dialogická) (75.84 kB)
Liebe Diözesanen, Brüder und Schwestern,
Es sind bereits fünf Monate vergangen, seit ich in den Dienst als Hirte der Erzdiözese Olmütz eingeführt wurde, und ich wende mich mit meinem ersten Hirtenbrief an Sie.
Als ich die frühen Schriften einiger meiner Vorgänger las, die oft die Zeit widerspiegeln, in der sie entstanden sind, habe ich darüber nachgedacht, wie ich Sie ansprechen soll. Soll ich in meiner Botschaft die düsteren Seiten der gegenwärtigen Situation ansprechen: Kriege, moralischen Verfall und Spaltungen in der Welt und in der Kirche, oder soll ich lieber einen optimistischen Ton anschlagen und an die positiven Auswirkungen der Bischofssynode zur Synodalität erinnern, oder darüber sprechen, dass in jedem Moment etwas Neues und Schönes in der Welt und in der Kirche entsteht?
Schließlich habe ich mich entschieden, in meinem Schreiben „mich“ an das Fest der heiligen Erzengel Michael, Gabriel und Raphael, das auf heute fällt, anzulehnen. Die Bedeutung ihrer Namen kann uns eine grundlegende Orientierung und Richtung geben: mehr Gott zu erkennen. Michael bedeutet nämlich: Wer ist wie Gott?, Gabriel: Gott hat seine Macht gezeigt, Raphael: Gott hat geheilt. In der heutigen Zeit sind wir mit verschiedensten Kommentaren überflutet, daher ist es gut, zur Idee der Transzendenz – der Übersteigbarkeit Gottes – zurückzukehren. Dafür möchte ich Ihnen zwei Impulse anbieten, die aus dem heutigen Wort Gottes hervorgehen.
Im ersten Lesung und im Evangelium haben wir gehört, wie Gott seine Macht durch das Wirken des Heiligen Geistes gezeigt hat. Und Gott schweigt auch heute nicht. Es ist wichtig, dass wir nicht nur bei Meinungen und Kommentaren bleiben, sondern erkennen, dass unser Gott mit uns wandert und sich ähnlich zeigt wie zur Zeit Moses oder Jesu und uns bezeugt, dass „Wer nicht gegen uns ist, ist mit uns.“
Stark berühren mich die Worte des Propheten Micha: „Ich schaue auf den Herrn, ich warte auf den Gott meines Heils, mein Gott wird mich hören. Freue dich nicht über mich, meine Widersacherin, wenn ich gefallen bin, stehe ich wieder auf, auch wenn ich in der Dunkelheit sitze, der Herr ist mein Licht.“ Damit wir ein solches Verhalten auch in unserem Leben nachahmen können, ist es wichtig, unsere Beziehung zum Gebet auszurichten. Es gibt viele Arten des Gebets, und es geht nicht darum, den einen richtigen Weg für alle auszuwählen. Viel wichtiger ist unsere Treue im Gebet. Manche fühlen sich dem Gottesdienst auch an Werktagen nahe, anderen liegt die abendliche Anbetung am Herzen, wieder andere finden Frieden im Rosenkranzgebet oder in der Gottesbarmherzigkeits-Andacht. Wenn Sie Ihren Gebetsstil bisher nicht gefunden haben, bitte ich Sie, Brüder und Schwestern, versuchen Sie jetzt, einen auszuwählen, und seien Sie ihm treu, und Sie werden seine Früchte erkennen. Das ist meine Bitte und mein Rat.
Das Wort Gottes dieses Sonntags kann uns auch ermutigen, eine persönliche Entscheidung zu treffen: Passen wir uns nicht der Welt an! So kann man die Worte Jesu im Evangelium über die Notwendigkeit verstehen, sich seiner Hand, seines Fußes oder seines Auges zu entledigen, wenn sie uns von Gott ablenken, und ähnlich klingen auch die Worte über einen unrechtmäßigen Lebensstil zur Zeit des Apostels Jakobus, der das Horten von Reichtum und das unehrliche Verhalten der Reichen kritisierte. Wir leben in einer Welt, in der viele Verhaltensweisen als normal angesehen werden, obwohl sie nicht mit dem Gesetz Gottes und seinen Geboten übereinstimmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir uns auf das Handeln anderer konzentrieren und alles anprangern sollten, was in unserer Welt und in der Kirche im Widerspruch zur christlichen Moral steht. Nützlicher ist es, zunächst auf unser eigenes Leben zu schauen und zu versuchen zu erkennen, was darin nicht in Ordnung ist, was sündhaft ist, was ein Hindernis für das Wirken Gottes in unserem Leben darstellt. Das muss benannt, verändert und beseitigt werden, damit wir nicht verlieren, was Gott uns anbietet und was die Welt uns niemals geben kann!
Wie Sie wissen, Brüder und Schwestern, ist es gut, einige Entscheidungen durch sichtbare Gesten auszudrücken. Seit meiner Amtsübernahme wurde ich mehrfach gefragt, ob die Umstände unserer Zeit nicht eine Aufforderung sind, den Akt der Weihe unserer Erzdiözese an die Jungfrau Maria erneut durchzuführen. Nach Abwägung dieses Vorschlags und nach Beratung mit meinen Mitarbeitern habe ich beschlossen, ihm Gehör zu schenken. Ich würde mich freuen, wenn auch Sie sich mir anschließen, unter der Leitung Ihrer Hirten in der Pfarrei. Dieser Akt, der mit dem Wunsch verbunden ist, das abzulehnen, was uns von Gott entfernt, und mit der Entschlossenheit, die Beziehung zu Gott durch die gewählte Gebetsform zu festigen, werden wir am Sonntag, den 13. Oktober 2024, am Ende der Heiligen Messe vollziehen. Wir werden unterstützt von dem, was im Jahr 2000 im Zusammenhang mit der Auslegung der Erscheinung von Fatima von der Kongregation für die Glaubenslehre gesagt wurde: „Die Jungfrau Maria, die sich in Fatima offenbarte, lenkt unsere Aufmerksamkeit auf diese vergessenen Werte, auf die Zukunft des Menschen in Gott, in der der Mensch eine aktive und verantwortungsvolle Rolle spielt. Die Botschaft von Fatima, mit ihrem dringenden Aufruf zur Umkehr und Buße, führt tatsächlich zu dem Kern des Evangeliums.“
Vielen Dank, liebe Diözesanen, für die Annahme dieser Gedanken und die Entschlossenheit, sie in Ihr Leben zu übertragen.
Mit Dankbarkeit, im Gebetsverbund und mit Segen
+Josef Nuzík, Erzbischof von Olmütz und Metropolit von Mähren

